Warum wir es brauchen
Vitamin K (für "Koagulation" = Gerinnung) ist ein fettlösliches Vitamin. Es spielt eine lebenswichtige Rolle bei der Aktivierung von Gerinnungsfaktoren im Blut. Ohne Vitamin K kann das Blut nicht gerinnen, Wunden schließen sich nicht.
Aber es kann noch mehr: Es sorgt dafür, dass Calcium aus dem Blut in die Knochen eingebaut wird (und nicht in den Arterien verkalkt!).
🥦 K1 (Pflanzen)
Die Hauptform (Phyllochinon). Sie steckt vor allem in grünem Blattgemüse (Grünkohl, Spinat, Brokkoli), Schnittlauch und Algen. Es wird primär für die Blutgerinnung genutzt.
🦠 K2 (Bakterien)
Wird von unseren Darmbakterien gebildet (Menachinon) oder über fermentierte Lebensmittel (Sauerkraut, Käse) aufgenommen. Besonders wichtig für die Knochengesundheit.
Vitamin K Mangel: Wer ist betroffen?
Ein ernährungsbedingter Mangel ist bei gesunden Erwachsenen extrem selten, da es in vielen Pflanzen vorkommt und der Körper es recyceln kann.
Risikogruppen:
- Neugeborene: Sie kommen fast ohne Vitamin-K-Speicher zur Welt und die Muttermilch enthält nur wenig. Deshalb erhalten alle Babys direkt nach der Geburt Vitamin-K-Tropfen ("U1-Vorsorge"), um lebensgefährliche Hirnblutungen zu verhindern.
- Langzeit-Antibiotika: Wer lange Antibiotika nimmt, tötet auch die guten Darmbakterien ab, die Vitamin K2 produzieren.
- Darmerkrankungen: Chronische Entzündungen (Morbus Crohn, Zöliakie) stören die Fettaufnahme und damit auch die Vitamin-K-Aufnahme.
Symptome eines Mangels
Wenn der Spiegel zu stark sinkt, funktioniert die Blutstillung nicht mehr richtig:
- Erhöhte Blutungsneigung: Nasenbluten, Zahnfleischbluten schon bei leichtem Putzen.
- Blaue Flecken: Hämatome entstehen schon bei kleinsten Stößen.
- Lange Nachblutungen bei Verletzungen oder Operationen.
- Bei Frauen: Ungewöhnlich starke Monatsblutungen.
⚠️ Wichtig bei Blutverdünnern (Marcumar)
Einige Blutverdünner (Vitamin-K-Antagonisten wie Phenprocoumon/Marcumar) wirken, indem sie gezielt Vitamin K ausschalten. Wenn Sie solche Medikamente nehmen, müssen Sie Ihre Vitamin-K-Zufuhr (z.B. große Mengen Kohl/Spinat) sehr konstant halten, um die Wirkung nicht abzuschwächen. Besprechen Sie Ernährungsumstellungen immer mit Ihrem Arzt!